29/01/2008 13:02
Carl-Herz-Ufer
Por Werner von Westhafen


FONTE INTERNET: http://www.kreuzberger-chronik.de/chroniken/2003/april/strasse.htmlbr>


Man kann der jüdischen Sache keinen größeren Schaden zufügen, als das deutsche Volk als Ganzes in den Anklagestand zu versetzen«, schrieb der Jurist Carl Herz fünf Jahre nach dem Ende des Krieges und des Holocaust und fügte hinzu, daß die deutschen Juden »eine Mitschuld nicht in Abrede stellen können. Der deutsche Jude zeigte in der Novemberrevolution von 1918 und schon vorher im Weltkrieg dieselbe geschichtsunkundige Naivität, die das umgebende Bürgertum gezeigt hat. (…) Im November 1918 standen die Mehrzahl der deutschen Juden solchen gemäßigten Politikern wie Hugo Haase, Oskar Cohn und Rosa Luxemburg ablehnend und mit demselben Schauder gegenüber wie die christlichen Glaubensgenossen. Ich betone dabei ausdrücklich, daß ich in Rosa Luxemburg eine Politikerin mit gemäßigten Anschauungen erblicke«. Dr. Herz war ein gelernter Jurist, erprobt im objektiven Abwägen von Schuld und Unschuld. Doch mit derlei kritischen Äußerungen zur Geschichte der Juden in Deutschland könnte sich Carl Herz heute wohl kaum in die Öffentlichkeit wagen, TV-Unterhalter Friedmann würde ihn in Stücke reißen. Die Zuweisung einer Teilschuld der Juden an ihrem Schicksal würden seine schmalzigen Haare zu Berge stehen lassen. Es seien, schreibt Herz an anderer Stelle desselben Aufsatzes, »die Lichtpunkte im Aufstieg des deutschen Judentums im Deutschland des 19. Jahrhunderts gewiß glänzend« gewesen. »Aber es dürfen die dunklen Punkte namentlich auf wirtschaftlichem Gebiet nicht übersehen werden«. Herz kritisiert den Wucher jüdischer Geschäftsleute, beschreibt die jüdischen Viehhändler, deren Geschäftsgebaren die hessischen Bauern an den Rand des Ruins trieben. Der überzeugte Sozialist Herz klagt sie der Ausbeutung an, und auch den Status eines Volkes möchte er den ewig Heimatlosen nicht zugestehen, denn ein Volk definiere sich durch eine gemeinsame Kultur und Sprache. Aber »die deutschen Juden waren bis 1933 Deutsche. (…) Die marokkanischen Juden waren Araber. Zwischen den deutschen Juden und den marokkanischen Juden kann man keine Ähnlichkeit, weder auf physischem Gebiet noch in kultureller Beziehung, feststellen«.Aussagen, die man heute als antisemitisch verurteilen würde. Auch wenn sie von einem Mann stammen, der selbst Jude war. Auch wenn sie von einem Mann stammen, den die Nationalsozialisten am 10. März 1933 gewaltsam aus seinem Amtszimmer entführten und durch die Straßen von Kreuzberg trieben, um ihn im berüchtigten Gutschowkeller in der Friedrichstraße den Folterknechten der SA auszuliefern. Am Straßenrand stand das aufgehetzte Volk Spalier und forderte die Einlieferung ins Arbeitslager oder sofortiges Erschießen. »Der Marsch ging zunächst über die Yorckstraße in der Richtung Großbeerenstraße, dann auf der anderen Straßenseite in der entgegengesetzten Richtung nach der Gneisenaustraße zu. (…) Während des Transportes wurde mir von hinten auf den Überzieher mit einer Stecknadel ein Blatt angeheftet, auf dem mit rotem Farbstift geschrieben stand: Bürgermeister Dr. Herz«. Carl Herz, SPD-Mitglied und von 1926 bis 1933 Bürgermeister von Kreuzberg, gewählt nicht nur mit den Stimmen seiner Partei, sondern auch denen der KPD, war angetreten, um »vor allem in der sozialen Fürsorge, Jugendfürsorge, Erwerbslosenfürsorge usw. die wahren Interessen der Arbeiter zu vertreten«. Keine leichte Aufgabe in Zeiten, in denen sich Geldscheine in wertloses Papier verwandelten und die Kassen leer waren. Dennoch schuf er 105 sogenannte Wohlfahrtsbezirke, in denen jeweils 20 Angestellte, die meisten aus der Arbeiterschaft, »bürgernah« tätig waren. Doch die allgemeine Not wuchs, und der Zorn der Bevölkerung, angestachelt von den NSDAP-nahen Medien, richtete sich schon bald gegen den Bürgermeister im Kreuzberger Rathaus. Carl Herz war nicht zum ersten Mal in die Schlagzeilen der Berliner Zeitungen geraten. Schon als er das Amt des stellvertretenden Bürgermeisters und Wohlfahrtsdezernenten im Bezirk Spandau bekleidete, versuchte man den engagierten Sozialisten aus dem Amt zu drängen. »Am wenigsten erfreulich ist das Verbleiben des seinerzeit auf 12 Jahre gewählten Stadtrates Dr. Herz, der als Jude, besonders für unsere Stadt, wohl kaum der richtige Mann ist«, schrieb das Spandauer Volksblatt im Februar 1922. Tatsächlich beschloß die Bezirksverordnetenversammlung 1924 einen Personalabbau und enthob Herz seines Amtes, denn »die Juden haben Christus gekreuzigt, also können die Juden keine Beamte sein«. Doch Carl Herz war nicht Jurist geworden, um angesichts geschehender Ungerechtigkeiten zu schweigen. Er begann seinen Einspruch gegen die Amtsenthebung mit den Worten: »Daß ein Jude – und obendrein ein sozialdemokratischer Jude – eine leitende kommunale Verwaltungsstelle bekleidet, verstößt in solchem Maße gegen die in jahrhundertelanger Tradition zum festen Dogma gewordene Anschauung weiter Kreise, daß die Triebkraft der dadurch ausgelösten Empfindungen alle rechtlichen Bindungen wie Zwirnsfäden zerreißt.« Wenige Monate später war Herz wieder im Amt. Im März 1933 aber konnten die Nationalsozialisten den Kreuzberger Bürgermeister endgültig aus dem Amt entfernen. Herz wurde unbequem. Er hatte sich geweigert, den Namen eines Mannes preiszugeben, den die NSDAP einer militanten Widerstandsgruppe zurechnete. Und auch, als die Männer der SA in der Nacht des 8. März im Urbankrankenhaus auftauchten und 50 Betten für die »Hilfspolizei« forderten, intervenierte der Bürgermeister und versuchte, gegenüber dem Sturmbannführer das »städtische Eigentum« zu verteidigen. Damit aber hatte Herz die Grenzen des nationalsozialistischen Anstands überschritten. Zwei Tage später trieben sie den Bürgermeister durch die Straßen von Kreuzberg, zwangen ihn mit Tritten zum Hitlergruß und ließen ihn durch die Markthalle marschieren, »erst durch einen Seiteneingang, dann durch den in der Mitte gelegenen Hauptgang«, und riefen den Standinhabern zu: »Hier ist der Bürgermeister Herz, der Euch die Standmieten erhöht hat«. Herz entkam dem Folterkeller, da die Polizei den Bürgermeister in Schutzhaft nahm. Doch von seinem Amt mußte er zurücktreten. Seinen Einspruch lehnte der Oberbürgermeister mit den Worten ab: »Voraussetzung für Ihre zwangsweise Beurlaubung war Ihre nicht arische Abstammung (…)«. Also arbeitete Carl Herz wieder in seinem Beruf als Jurist. Er beriet jüdische Beamte in Rechts- und Unrechtsfragen. Auf das Drängen seiner Frau flüchteten sie schließlich 1939 nach England, wo Herz im Widerstand arbeitete. 1951 starb er in Haifa, Israel. Einem Land, in dem er nicht ganz glücklich gewesen sein wird, denn er schrieb: »Ob sich der jüdische Staat gegenüber den ihn umgebenden Arabermächten halten wird, ist eine Frage, die sich (…) nicht beantworten läßt. Solange in diesen Staaten der Feudalismus herrscht, ist ein wirklicher Frieden zwischen Israel und den arabischen Staaten nicht zu erhoffen.« Bis heute gibt es diesen Frieden nicht.

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por Werner von Westhafen


“Não se pode acarretar pior prejuízo à causa judaica do que com o fato de colocar o povo alemão como um todo no banco dos réus”, escreveu o jurista Carl Herz cinco anos após o término da Segunda Guerra Mundial e do Holocausto, acrescentando ainda que os judeus alemães “não podem negar sua parcela de culpa. O judeu alemão demonstrou, na Revolução de Novembro de 1918 e já anteriormente, na Primeira Guerra Mundial, a mesma ingenuidade e ignorância histórica demonstrada pela burguesia ao redor. (…) Em novembro de 1918, a maioria dos judeus alemães tinha para com aqueles políticos moderados, como Hugo Haase, Oskar Cohn e Rosa Luxemburg, uma atitude de desaprovação e o mesmo horror que os correligionários cristãos. Eu reitero aqui expressamente que considero Rosa Luxemburg uma política de idéias moderadas". Dr. Herz era um jurista qualificado, com experiência na ponderação objetiva de culpa e inocência. Entretanto, com tais considerações críticas sobre a história dos judeus na Alemanha, Carl Herz dificilmente poderia ousar ir a público hoje em dia; o apresentador de televisão Friedman o faria em pedaços. A atribuição aos judeus de uma parcela de culpa em seu destino deixaria arrepiados seus [do apresentador] cabelos engomados. Em outro trecho do mesmo artigo, Herz escreve que “os pontos luminosos na ascensão dos judeus alemães na Alemanha do século XIX haviam sido, certamente, resplandescentes.” “Mas os pontos obscuros, a saber, na área da economia, não devem ser esquecidos”. Herz critica a ganância de negociantes judeus, descreve os comerciantes de gado judeus, cujas práticas de negócios levaram os agricultores da região do Hessen à beira da ruína. Herz, socialista convicto, acusa-os de exploração, assim como não deseja conceder o status de povo aos eternos apátridas, uma vez que um povo se define através de uma língua e uma cultura em comum. Mas “os judeus alemães eram, até 1933, alemães. (...) Os judeus marroquinos eram árabes. Entre os judeus alemães e os judeus marroquinos não se pode verificar nenhuma semelhança, seja no aspecto físico ou em termos culturais”.Tais afirmações seriam hoje recriminadas como anti-semitas. Mesmo procedendo de um homem que era - ele mesmo - judeu. Mesmo procedendo de um homem que, em 10 de março de 1933, foi violentamente arrebatado de sua repartição, conduzido pelas ruas de Kreuzberg e, por fim, entregue aos torturadores da SA no mal afamado Gutschowkeller, na Friedrichstraße. À beira da calçada se alinhava o povo instigado e exigia a sua condução para o campo de concentração ou execução sumária. “A marcha seguiu inicialmente pela Yorckstraße em direção à Großbeerenstraße e depois, pelo outro lado da rua, na direção contrária, para a Gneisenaustraße. (...) Durante o transporte, prenderam com um alfinete ao meu pulôver uma folha com a seguinte inscrição em vermelho: Prefeito Dr. Herz«. Carl Herz, membro do SPD (Partido Social-Democrata da Alemanha) e Prefeito de Kreuzberg de 1926 a 1933, eleito não apenas com os votos do seu partido, mas também do KPD (Partido Comunista da Alemanha), havia assumido o cargo com o compromisso de “representar os verdadeiros interesses dos trabalhadores, sobretudo na assistência social, assistência à juventude, aos sem remuneração, etc.". - Uma tarefa difícil em tempos nos quais uma cédula de dinheiro rapidamente se transformava em um papel sem valor e os caixas estavam vazios. Ainda assim, ele criou 105 zonas de atendimento, nas quais 20 funcionários respectivamente - a maioria trabalhadores - prestavam um trabalho junto ao cidadão. Mas a carestia geral crescia e a fúria da população, instigada pelos meios de comunicação próximos do NSDAP (Partido Nacional-Socialista da Alemanha), logo foi dirigida contra o Prefeito de Kreuzberg. Não era a primeira vez que Carl Herz ocupava as manchetes dos jornais berlinenses. Já quando era vice-Prefeito e responsável pela zona de atendimento de Spandau, houve tentativas de afastar o engajado socialista de suas funções. Em fevereiro de 1922, lia-se no Spandauer Volksblatt: “Menos satisfatória é a permanência do Prefeito Dr. Herz, eleito por um período de 12 anos, que, na condição de judeu, especialmente para a nossa cidade não parece ser a pessoa certa”. De fato, em 1924, a Conferência dos Responsáveis pelas Zonas de Atendimento deliberou uma redução de pessoal e destituiu Herz de seu cargo, pois “os judeus crucificaram Jesus, portanto judeus não podem exercer cargos públicos”. Mas Carl Herz não havia se formado jurista para silenciar diante de injustiças. Ele iniciou sua contestação da destituição do cargo com as seguintes palavras: “Que um judeu – e ainda por cima um judeu social-democrata – tenha um cargo administrativo importante em nível comunal transgride em tal proporção as idéias tradicionais centenárias transformadas em dogmas fixos, que a força-motriz dos sentimentos que esse fato provoca rompe todos as amarras legais como fios de linha.” Poucos meses depois, Herz voltava a ocupar seu cargo. Em março de 1933, porém, os nacional-socialistas conseguiram afastar o Prefeito de Kreuzberg definitivamente de seu cargo. Herz tornara-se incômodo. Ele havia se recusado a revelar ao NSDAP o nome de um homem sobre o qual pesava a suspeita de ser militante de um grupo de Resistência. E também em razão do acontecido na noite de 08 de março, quando integrantes da SA irromperam no Urbankrankenhaus (Hospital de Kreuzberg) e requisitaram 50 camas para a Polícia, e o Prefeito interveio, procurando defender a “propriedade da cidade” perante o Comandante. Com isso, Herz havia ultrapassado os limites do decoro nacional-socialista. Dois dias mais tarde, eles conduziram o Prefeito pelas ruas de Kreuzberg, obrigando-o sob pontapés a fazer a saudação nazista e a marchar pelo mercado, “primeiramente por uma entrada lateral e depois pela entrada principal em seu centro”, enquanto gritavam para os donos das bancas: “Eis o Prefeito Herz, que aumentou o aluguel das bancas de vocês!”. Herz escapou de ser submetido a torturas, pois a Polícia tomou sua defesa. Mas teve de renunciar ao seu cargo. Sua contestação foi rejeitada pelo Prefeito Geral com as seguintes palavras: “Motivo para sua suspensão compulsória foi sua ascendência não-ariana (...)”. Assim, Carl Herz voltou a dedicar-se a sua profissão de jurista. Ele aconselhava funcionários públicos judeus em questões de justiça e injustiça. Por insistência de sua esposa, o casal finalmente refugiou-se em 1939 na Inglaterra, de onde Herz colaborou com a Resistência. Ele faleceu em 1951 em Haifa, Israel. - Um país no qual ele nunca seria completamente feliz, pois, conforme escreve: “Se o estado judeu vai conseguir se manter diante das forças árabes que o cercam é uma questão (...) para a qual não se tem resposta. Enquanto esses estados continuarem domínios feudais não há esperança de uma paz efetiva entre Israel e os países árabes.” Até hoje não foi firmada essa paz.

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